High Court in Delhi verbietet die Verwendung vertraulicher Schiedsdokumente in getrennten Verfahren
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Kurzfassung
- Der High Court in Delhi stellte fest, dass vertrauliche Schiedsdokumente nicht in getrennten Verfahren verwendet werden dürfen.
- Die Entscheidung stand im Zusammenhang mit dem Eastern Dedicated Freight Corridor-Projekt.
- § 42A des Arbitration and Conciliation Act schreibt die Vertraulichkeit des Schiedsverfahrens vor.
- Das Gericht bestätigte die Zurückweisung solcher Dokumente durch das Schiedsgericht in Nebenverfahren.
Überblick
Am 6. Juli entschied der High Court in Delhi, dass Dokumente, die aus vertraulichen schiedsrichterlichen Verfahren stammen, in getrennten Schiedsverfahren in der Regel nicht als Grundlage herangezogen werden dürfen. Die Entscheidung beruht auf einem Streit zwischen JPC Infrastructure and Constructions Private Limited und Alstom Transport India Limited über einen Unterauftrag im Rahmen des Eastern Dedicated Freight Corridor-Projekts. Die Entscheidung stärkt den Vertraulichkeitsgrundsatz unter § 42A des Arbitration and Conciliation Act, 1996.
Was passiert ist
JPC Infrastructure and Constructions griff vor dem High Court in Delhi einen Schiedsspruch vom November 2023 an, der zugunsten von Alstom Transport India ergangen war.
Der Streit entstand aus einem Unterauftrag zwischen den beiden Unternehmen für zivil- und elektrotechnische Arbeiten im Zusammenhang mit dem Eastern Dedicated Freight Corridor-Projekt.
JPC wollte sich auf ein von Alstom in einem separaten Schiedsverfahren verfasstes Schreiben als Beweismittel stützen und machte geltend, das Schreiben stütze Ansprüche auf eingeschränkten Zugang zur Baustelle.
Das Schiedsgericht wies dieses Beweismittel zurück und verwies darauf, dass es aus einem anderen vertraulichen Schiedsverfahren stamme und gegen Vertraulichkeitsnormen verstoße.
Der High Court in Delhi bestätigte die Entscheidung des Schiedsgerichts und betonte, dass die Zulassung der Verwendung solcher Dokumente die gesetzlich vorgesehenen Vertraulichkeitsverpflichtungen nach § 42A unterlaufen würde.
Das Gericht stellte außerdem fest, dass Rechtsanwälte, obwohl sie nicht ausdrücklich in § 42A genannt seien, ebenfalls an diese Vertraulichkeitsverpflichtungen gebunden seien, weil sie als Bevollmächtigte der Parteien handelten.
Kontext
§ 42A des Arbitration and Conciliation Act, 1996 sieht die Vertraulichkeit schiedsrichterlicher Verfahren in Indien vor. Die Vorschrift soll die Privatsphäre der Dokumente und des Verfahrens zwischen den schiedstreibenden Parteien schützen.
Die Entscheidung stellt klar, dass institutionelle Regeln, etwa die der International Chamber of Commerce, die gesetzliche Vertraulichkeitsvorgabe nicht außer Kraft setzen können, die im indischen Recht verankert ist.
Warum es wichtig ist
- Die Entscheidung bekräftigt die Stärke der Vertraulichkeitsschutzregeln im indischen Schiedsrecht und klärt deren Anwendung auf Neben- bzw. Folgeverfahren.
- Die Auslegung des High Court in Delhi stärkt gesetzliche Vorschriften gegenüber institutionellen Regeln, wenn es zu einem Konflikt kommt.
- Schiedsteilnehmer und anwaltliche Vertretung sollten die Grenzen für die Verwendung von Beweismitteln über parallele oder nachfolgende Schiedsverfahren in Indien hinweg zur Kenntnis nehmen.
