Experten erörtern Herausforderungen und Entwicklungen im Schiedsverfahren in arabischen und OHADA-Staaten beim Kolloquium in Fès

Veröffentlicht 2026-04-11 3 Min. Lesezeit 1 Quelle

Kurzfassung

  • Erstes Kolloquium "Arbitrage, Pays arabes et OHADA" in Fès.
  • Internationale Schiedsexperten diskutierten rechtliche Herausforderungen und Fortschritte in arabischen Ländern sowie in OHADA-Mitgliedstaaten.
  • Schwerpunkt ist die Entwicklung verlässlicher und attraktiver Schiedsrahmenwerke für regionale Investitionen.

Überblick

Das erste Kolloquium "Arbitrage, Pays arabes et OHADA" fand in Fès, Marokko, statt. Es vereinte angesehene internationale Experten, um zentrale Fragen und jüngste Entwicklungen im Schiedsverfahren in arabischen Ländern und in OHADA-Staaten (Organisation für die Harmonisierung des Gesellschaftsrechts in Afrika) zu untersuchen.

Was passiert ist

Die zweitägige Veranstaltung wurde von der Euromed University of Fès (UEMF) in Partnerschaft mit der Association Henri Capitant organisiert und brachte Praktiker und Wissenschaftler zusammen, um zentrale Ungewissheiten im internationalen Schiedsverfahren zu behandeln.

François-Xavier Lucas (Universität Sorbonne/UEMF) betonte die grundlegende Rolle des Schiedsverfahrens als privater Rechtsschutz in internationalen Streitigkeiten, insbesondere im Rahmen des Entwicklungsvorhabens Marokkos, und hob die Notwendigkeit eines wirksamen, verlässlichen rechtlichen Rahmens hervor, um Investoren anzuziehen.

Laurent Aynès (Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne) sprach über die beinahe universelle Übernahme des Schiedsverfahrens, die durch die Globalisierung und den Bedarf an Anlegerschutz vorangetrieben werde. Gleichzeitig stellte er fest, dass bestimmte Vorteile - etwa Geschwindigkeit, Flexibilität und Vertraulichkeit - heute weniger ausgeprägt seien und die Auswahl sowie der Ruf der Schiedsrichter weiterhin entscheidend seien.

Samaa Haridi (King & Spalding, USA) hob die zunehmende Präsenz arabischer Praktiker im Schiedsverfahren hervor und verwies auf die Übernahme neuer Gesetzgebung und Schiedszentren in der Region. Ziel sei es, lokale Fachkompetenz sichtbar zu machen und zu stärken.

Kontext

Das Kolloquium spiegelt das wachsende Interesse Marokkos und der Region wider, die Schiedsgerichtsbarkeit als zentrales Instrument zur Beilegung von Handels- und Investitionsstreitigkeiten zu stärken, insbesondere vor dem Hintergrund großer Infrastrukturprojekte.

Die Sitzungen befassten sich unter anderem mit jüngster Rechtsprechung zur Kompetenz-Kompetenz, der Bildung des Schiedsgerichts, Transparenz, Interessenkonflikten, dem Zusammenspiel von FIDIC-Verträgen mit zivilrechtlichen Systemen sowie kulturell spezifischen Praktiken zur Beweiserhebung.

Warum es wichtig ist

  • Wirksame Schiedsrahmenwerke können das Investitionsklima verbessern, indem sie verlässliche Methoden zur Streitbeilegung bereitstellen.
  • Die zunehmende Einbindung von Praktikern aus arabischen und OHADA-Ländern kann das Schiedsverfahren stärker lokal verankern und kontextualisieren, wodurch Vertrauen und Zugänglichkeit für regionale Akteure steigen.
  • Die fortlaufende Zusammenarbeit und der Austausch sind entscheidend, um rechtliche Ungewissheiten zu bewältigen und bewährte Praktiken im internationalen Schiedsverfahren zu harmonisieren.

Quellen

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