Syrien bereitet die Eröffnung seines ersten internationalen Schieds- und Schlichtungszentrums vor
Kurzfassung
- Syrien arbeitet an der Fertigstellung seines ersten Internationalen Schieds- und Schlichtungszentrums.
- Das Zentrum soll Streitfälle aus Investitionen, Handel, Zivil-, Wirtschafts- sowie grenzüberschreitenden Schiedsverfahren bearbeiten.
- Es soll das Vertrauen von Investoren stärken und eine international ausgerichtete Streitbeilegung bieten.
- Das Gesetz zur Einrichtung des Zentrums soll voraussichtlich in Kürze erlassen werden.
Überblick
Syrien steht kurz vor der offiziellen Eröffnung seines ersten Internationalen Schieds- und Schlichtungszentrums. Ziel ist es, lokale Mechanismen der Streitbeilegung an internationale Standards anzupassen und sowohl inländische als auch ausländische Investitionen zu unterstützen. Die Vorbereitungen, die von Richter Mohammad Walid Mansour und einem Ausschuss aus syrischen sowie regionalen Rechtsexperten geleitet werden, sind nahezu abgeschlossen; es stehen lediglich noch abschließende Verfahrensschritte aus.
Was passiert ist
Nach Angaben von Richter Mohammad Walid Mansour, dem Leiter des Ausschusses zur Ausarbeitung der Regulierung, ist der Prozess zur Schaffung des Internationalen Schieds- und Schlichtungszentrums Syriens nahezu abgeschlossen - es fehlen nur noch formale letzte Schritte.
Die neue Einrichtung soll verschiedene Verfahren einschließlich Investitions-, Handels-, Zivil-, Wirtschafts- und grenzüberschreitender Schiedsverfahren bearbeiten und dabei internationalen Standards folgen.
Zuständige Stellen erklärten, dass das Zentrum nicht nur Schiedsleistungen anbieten werde, sondern auch Mediation, Schlichtung, Vergleichs- sowie Gutachterberatungsleistungen. Außerdem ist geplant, eine Liste geschulter Schiedsrichter zu führen und Schulungen durchzuführen, um hohe professionelle Standards sicherzustellen.
Das Zentrum soll zudem mit internationalen Organisationen und Schiedseinrichtungen zusammenarbeiten und spezialisierte Studien, Rechtsberatung sowie ein Journal zu Fragen des Schiedsverfahrens veröffentlichen.
Kontext
Die Initiative wird von der syrischen Investment Authority geführt, die im März einen Ausschuss zur Ausarbeitung eingesetzt hat. Dieser umfasst syrische Rechtsexperten sowie arabische Fachleute aus unter anderem den UAE, Libanon, Saudi-Arabien, Katar und Jordanien.
Die geplante Einrichtung ist die erste ihrer Art in Syrien und soll das rechtliche Umfeld für Investitionen verbessern, indem neutrale und unabhängige Rahmen für die Streitbeilegung geschaffen werden. Sie richtet sich sowohl an inländische als auch an ausländische Investoren.
Das das Zentrum ermöglichende Gesetz soll nach Angaben von Verantwortlichen in absehbarer Zeit in Kraft treten.
Warum es wichtig ist
- Das Zentrum könnte Investoren mehr Rechtssicherheit und Transparenz bieten und damit möglicherweise das Investitionsklima in Syrien verbessern.
- Eine Ausrichtung an internationalen Standards für Schiedsverfahren könnte helfen, ausländische Investitionen anzuziehen und die Beilegung von Streitigkeiten bei grenzüberschreitenden Verträgen mit syrischer Beteiligung zu erleichtern.
- Die Entwicklung schließt Lücken in Syriens Infrastruktur für ADR und könnte dazu beitragen, das Land in umfassendere internationale rechtliche und wirtschaftliche Rahmenwerke einzubinden.
