Gesetzesentwurf zur Ghana Investment Promotion Authority 2025 streicht das automatische Schiedsrecht ausländischer Investoren
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Kurzfassung
- Der Gesetzesentwurf in Ghana streicht das gesetzliche Standardrecht ausländischer Investoren auf internationales Schiedsverfahren.
- Künftig ist der Zugang zu Schiedsverfahren nur noch möglich bei einer schriftlichen Schiedsklausel oder einem Schutz durch ein BIT.
- Der Entwurf ersetzt das automatische Schiedsverfahren durch eine Standardoption für Mediation und schafft einen formellen Beschwerdeprozess.
- Investoren müssen sicherstellen, dass ihre Vereinbarungen ausdrückliche Schiedsbestimmungen enthalten, um den Zugang zu Schiedsverfahren zu behalten.
Überblick
Das ghanaische Parlament hat den Ghana Investment Promotion Authority Bill, 2025 verabschiedet. Er verändert den Streitbeilegungsrahmen für ausländische Investoren, indem das gesetzliche Standardrecht auf internationales Schiedsverfahren gestrichen wird.
Der Entwurf soll das Investitionsregime modernisieren, führt jedoch strengere Anforderungen für den Zugang zu Schiedsverfahren ein.
Was passiert ist
Das langjährige ghanaische Investitionsrecht, zuvor geregelt durch das Gesetz von 2013, gab ausländischen Investoren ein gesetzliches Recht, Investitionsstreitigkeiten einem Schiedsverfahren nach UNCITRAL-Regeln zu unterwerfen - ohne dass ein bilaterales Investitionsschutzabkommen oder eine spezielle Vertragsklausel erforderlich war.
Der neue Gesetzentwurf wurde im März 2025 verabschiedet und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Präsidenten. Er beseitigt dieses Standardrecht.
Stattdessen können Investoren ein Schiedsverfahren nur verfolgen, wenn sie durch ein anwendbares BIT geschützt sind oder wenn ihre Investitionsvereinbarungen ausdrücklich eine Schiedsklausel enthalten.
Für Investoren aus Ländern, die kein BIT mit Ghana haben, ist die Änderung besonders bedeutsam und erfordert eine ausdrückliche Aushandlung sowie eine entsprechende Dokumentation der Schiedsmechanismen in ihren Verträgen.
Der Entwurf sieht nun Mediation als Standardoption für die Streitbeilegung nach dem Alternative Dispute Resolution Act, 2010 vor und führt einen dreimonatigen Beschwerdeprozess ein, der durch die neu geschaffene Ghana Investment Promotion Authority (GIPA) erleichtert wird.
Kontext
Ghana gilt als einer der attraktivsten und stabilsten Standorte Afrikas für ausländische Investitionen - unter anderem wegen seiner mineralischen Ressourcen und seines Rufs als wirtschaftliches Tor in Westafrika.
Die gesetzgeberische Überarbeitung soll das nationale Investitionsrecht an die Verpflichtungen aus dem African Continental Free Trade Agreement (AfCFTA) sowie an weitere jüngste rechtliche Reformen in Ghana anpassen.
Warum es wichtig ist
- Ausländische Investoren können sich nicht mehr auf ein gesetzliches Ausweichrecht für internationales Schiedsverfahren verlassen und müssen diese Rechte entweder durch die Qualifizierung unter einem BIT oder durch klare Schiedsklauseln in ihren Verträgen sichern.
- Die Überarbeitung stärkt zwar die Regulierung der Investitionen in Ghana, erhöht jedoch die Bedeutung sorgfältiger Streitbeilegungsplanung für grenzüberschreitende Investoren.
