Bolivien startet Prüfungen zu verlorenen internationalen Schiedsverfahren, um verantwortliche Parteien zu ermitteln
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Kurzfassung
- Das Amt des Generalstaatsanwalts Boliviens prüft frühere verlorene internationale Schiedsverfahren.
- Die Untersuchung folgt auf eine für BBVA nachteilige Entscheidung in Höhe von 105 Millionen US-Dollar.
- Ziel ist, die Verantwortlichen für eine als unzureichend bezeichnete Verteidigung zu identifizieren und gegebenenfalls zu sanktionieren.
- Geplant sind Schritte, um den staatlichen Schaden durch Regress gegen die ermittelten Personen zurückzuholen.
Überblick
Das Amt des Generalstaatsanwalts Boliviens hat den Beginn umfassender Prüfungen zu internationalen Schiedsverfahren angekündigt, die der Staat verloren hat, nachdem es zuletzt eine Entscheidung in Höhe von 105 Millionen US-Dollar zugunsten von BBVA gegeben hatte. Die Initiative soll frühere Amtsträger identifizieren und sanktionieren, die für unzureichende Verteidigungsstrategien in diesen Streitigkeiten verantwortlich waren.
Was passiert ist
Der Generalstaatsanwalt von Bolivien, Hugo Cés ar León, kündigte Prüfungen zu verlorenen internationalen Schiedsverfahren an, die Teil einer Anstrengung sind, frühere Verteidigungsstrategien zu analysieren und die Verantwortung für nachteilige Ergebnisse festzustellen.
Der Schritt erfolgt als Reaktion auf die Bestätigung eines internationalen Schiedsspruchs durch den Obersten Gerichtshof der Niederlande, der Bolivien verpflichtet, 105 Millionen US-Dollar an BBVA zu zahlen. Der Fall betraf einen Pensionsfonds.
Vertreter erklärten, die Prüfungen würden die Ursprünge der Streitigkeiten untersuchen, die administrative und rechtliche Steuerung bewerten und die heutige Verteidigung des Staates in laufenden Verfahren stärken.
Wenn Personen für eine als unwirksam bewertete Verteidigung oder Fahrlässigkeit verantwortlich gemacht werden, plant die Regierung Regressmaßnahmen ("repetición"), um öffentliche Mittel zurückzuholen, die zur Begleichung von Schiedssprüchen verwendet wurden.
Kontext
Der Prüfungsprozess wurde angestoßen, nachdem Bolivien alle verfügbaren Rechtsmittel im BBVA-Schiedsverfahren ausgeschöpft hatte, sodass der Schiedsspruch endgültig und gegen den Staat vollstreckbar wurde.
Laut Vertretern soll eine ähnliche Überprüfung für alle internationalen Fälle gelten, in denen Bolivien entweder beteiligt war oder ist, mit Fokus auf frühere Entscheidungen und die rechtliche Steuerung.
Warum es wichtig ist
- Die Prüfungen könnten zu Sanktionen oder Entschädigungsansprüchen gegen frühere Amtsträger führen, falls Fehlmanagement oder Fahrlässigkeit festgestellt wird.
- Die Initiative zielt darauf ab, Boliviens Verteidigung in laufenden und künftigen Schiedsverfahren zu stärken und Verluste, die dem staatlichen Nachteil aus Schiedssprüchen zugeschrieben werden, zurückzuerlangen.
