ASEAN bleibt nach zehn Jahren bei Uneinigkeit über den Schiedsspruch im Südchinesischen Meer von 2016

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Kurzfassung

  • Der 10. Jahrestag des Schiedsspruchs im Südchinesischen Meer 2016 fällt 2026.
  • ASEAN hat keine Einigung erreicht, um den Schiedsspruch gegen China formell anzuerkennen.
  • Die Mitgliedstaaten bleiben gespalten - auch wegen unterschiedlicher Ausrichtungen und diplomatischer Positionen zu China.
  • Ungeklärte Spannungen erschweren weiterhin sowohl die maritime Regionalpolitik als auch die Verhandlungen zum Verhaltenskodex.

Überblick

Juli 2026 markiert den zehnten Jahrestag, seit ein Schiedsgericht nach UNCLOS im Südchinesischen-Meer-Streit zugunsten der Philippinen gegen China entschieden hat. Obwohl ASEAN in seinen gemeinsamen Erklärungen häufig auf UNCLOS verweist, hat sich das Bündnis nie auf eine formelle Anerkennung oder Berufung auf den richtungsweisenden Schiedsspruch geeinigt, was auf fortbestehende Differenzen zwischen Staaten Südostasiens hinweist.

Was passiert ist

2016 entschied ein Schiedsgericht im Rahmen des Annex VII von UNCLOS, dass viele der chinesischen Ansprüche im Südchinesischen Meer keine Rechtsgrundlage hätten - mit Unterstützung der Philippinen.

Trotz wiederholter Bezugnahmen auf UNCLOS in regionalen Erklärungen gelang es ASEAN nicht, sich auf eine Billigung oder Anerkennung des Schiedsspruchs zu einigen; dies zeigte sich unter anderem beim 49. ASEAN-Außenministertreffen und in anschließenden Gipfeln.

Die ASEAN-Mitgliedstaaten zeigten unterschiedliche Reaktionen: Kambodscha, Laos und Thailand unterstützen oder neigen seitens der Position Chinas; Vietnam, Indonesien, Malaysia und die Philippinen (in den vergangenen Jahren) haben jeweils in unterschiedlichem Ausmaß Unterstützung für den Schiedsspruch signalisiert.

Brunei, Singapur und Timor-Leste hielten an neutralen Positionen fest oder äußerten sich nicht.

Als Vorsitzender von ASEAN im Jahr 2026 könnte es den Philippinen gelingen, stärkere Formulierungen zu bewerben, die den Schiedsspruch stärker in den Fokus rücken, doch bleibt dies wegen der einigungsbasierten Entscheidungsfindung des Bündnisses begrenzt.

Kontext

Der Streit im Südchinesischen Meer betrifft sich überlappende territoriale und maritime Ansprüche in einer Region mit bedeutenden Handelsrouten sowie wirtschaftlichem Interesse an Ressourcen. Der Schiedsspruch von 2016 war ein Meilenstein der internationalen maritimen Schiedsgerichtsbarkeit, doch China wies die Feststellungen des Tribunals zurück.

Der einigungsgetriebene Ansatz von ASEAN hat es Staaten, die gegen den Schiedsspruch sind oder ihn nicht kommentieren, ermöglicht, dessen formelle Anerkennung innerhalb von ASEAN-Erklärungen zu blockieren.

Die Verhandlungen über einen ASEAN-China-Verhaltenskodex für das Südchinesische Meer laufen weiter, ohne direkte Bezugnahme auf den Schiedsspruch von 2016 - unter anderem, weil diese inneren Differenzen fortbestehen.

Warum es wichtig ist

  • Dass ASEAN weiterhin keine Einigung über den Schiedsspruch erzielt, macht die Herausforderungen kollektiven Handelns in der Region sichtbar, wenn große Mächte und wirtschaftlich divergierende Interessen eine Rolle spielen.
  • Die Lage wirkt sich auf die Glaubwürdigkeit sowohl internationaler rechtlicher Mechanismen als auch auf die Zusage von ASEAN für eine regelbasierte Ordnung in der Region aus.
  • Ob (oder dass) ASEAN auf ein rechtlich bindendes Schiedsverfahren reagieren kann, hat Auswirkungen auf Streitbeilegung und regionale Stabilität in Südostasien.

Quellen

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