EU prüft Rumäniens 42-Millionen-Euro-Zahlung in einem Schiedsverfahren zu Ökostrom

By ADR Journal Editorial Desk Veröffentlicht Updated 1 Quelle Rumänien

Beiträge werden sprachübergreifend gebündelt, in ein festes Format gebracht und mit den Originalquellen verlinkt.

Kurzfassung

  • Die Europäische Kommission hat eine Prüfung der geplanten 42-Millionen-Euro-Zahlung Rumäniens angestoßen.
  • Die Zahlung folgt auf einen Schiedsspruch in einem Streit über erneuerbare Energien.
  • Die Kommission befürchtet, dass die Zahlung gegen EU-Regeln zu staatlichen Beihilfen verstoßen könnte.

Überblick

Die Europäische Kommission hat eine Untersuchung dazu eingeleitet, ob Rumänien mit einer geplanten 42-Millionen-Euro-Zahlung als Entschädigung an Investoren in erneuerbare Energien fortfahren kann. Die Zahlung wurde von einem Schiedsgericht angeordnet, das feststellte, dass Rumänien im Jahr 2011 durch Änderungen an seinem Programm zur Förderung grüner Energie gegen den Energiechartavertrag verstoßen habe und dadurch finanzielle Schäden bei zehn Investoren in Photovoltaik-Projekte entstanden seien.

Was passiert ist

Am Mittwoch hat die Europäische Kommission formell eine Prüfung einer 42-Millionen-Euro-Zahlung Rumäniens an Investoren in erneuerbare Energien eröffnet.

Zehn Investoren hatten Ansprüche geltend gemacht, nachdem die rumänische Regierung ihr Förderprogramm für erneuerbare Energien aus dem Jahr 2011 geändert hatte.

Ein Schiedsgericht entschied zugunsten der Investoren und stellte einen Verstoß Rumäniens gegen die Anforderungen aus dem Energiechartavertrag fest.

Nach dem Schiedsspruch erklärte die Kommission, die Umsetzung des Schiedsspruchs als Entschädigung könne eine staatliche Beihilfe darstellen, die mit den Regeln des EU-Binnenmarkts nicht vereinbar sei.

Kontext

Rumänien habe - wie andere EU-Staaten - in den frühen 2010er-Jahren den Ausbau erneuerbarer Energien durch staatlich gestützte Subventionen gefördert. Die spätere Änderung der Förderregelungen habe daraufhin rechtliche Ansprüche unter Investitionsabkommen ausgelöst.

Eine ähnliche Situation habe es in Spanien gegeben, wo Investoren ebenfalls versuchen, Schiedssprüche nach politischen Änderungen durchzusetzen.

Warum es wichtig ist

  • Die Untersuchung der Kommission könnte die Durchsetzbarkeit von Schiedssprüchen beeinträchtigen, die EU-Mitgliedstaaten betreffen, wenn Fragen staatlicher Beihilfen im Raum stehen.
  • Das Ergebnis könnte die Durchsetzung künftiger Investitionsschiedsverfahren gegen EU-Länder beeinflussen und den Schnittpunkt zwischen EU-Recht und internationalen schiedsgerichtlichen Entscheidungen mitprägen.

Quellen

Verwandte Artikel