Galp leitet ein ICSID-Schiedsverfahren gegen Mosambik wegen Steuerstreits über 162 Millionen Euro ein

By ADR Journal Editorial Desk Veröffentlicht Updated 1 Quelle Portugal

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Kurzfassung

  • Galp (Portugal) leitet ein ICSID-Schiedsverfahren gegen Mosambik ein.
  • Der Streit betrifft 162 Millionen Euro Kapitalertragsteuer aus dem Verkauf eines Anteils am Rovuma-Becken.
  • Das Schiedsverfahren folgt gescheiterten Verhandlungen nach einer Transaktion im Jahr 2024.
  • Der Ausgang könnte eine anhängige Zahlung in Höhe von 400 Millionen US-Dollar im Zusammenhang mit dem Rovuma-LNG-Projekt beeinflussen.

Überblick

Der portugiesische Konzern Galp hat vor dem ICSID ein Schiedsverfahren gegen Mosambik wegen einer Kapitalertragsteuer in Höhe von 162 Millionen Euro eingeleitet, die aus dem Verkauf seiner 10%-Beteiligung am Rovuma-Becken an eine ADNOC-Tochtergesellschaft resultiert. Der Streit eskalierte, nachdem Verhandlungen ohne Ergebnis blieben, und könnte weitere Projektzahlungen beeinflussen.

Was passiert ist

Im März 2024 verkaufte Galp seinen 10%-Anteil am Rovuma-Becken (Area 4) in Mosambik für rund 881 Millionen US-Dollar an XRG, eine Tochtergesellschaft der Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC).

Nach diesem Verkauf veranlagte die Steuerbehörde Mosambiks Galp mit Kapitalertragsteuer in Höhe von 162 Millionen Euro (etwa 175 Millionen US-Dollar) und legte dabei eine Rate von 17,6% aus dem nationalen Erdölsteuersystem zugrunde.

Galp bestreitet die Veranlagung und argumentiert, dass die entsprechenden Steuern bereits in der Transaktionsvereinbarung enthalten gewesen seien.

Am 7. Oktober 2025 teilte Galp Mosambik seine Absicht mit, ein Schiedsverfahren einzuleiten, wodurch eine Verhandlungsphase ausgelöst wurde, die ohne Vergleich endete.

Galp reichte laut einer von Reuters vermerkten Registrierung Ende Juni 2026 formell einen Schiedsantrag beim International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) ein.

Das Schiedsverfahren könnte sich auf den Zeitplan und die Erfüllung einer separaten Zahlung in Höhe von 400 Millionen US-Dollar auswirken, die Galp von ADNOC erwartet, falls das Rovuma-LNG-Projekt offiziell startet.

Kontext

Der Streit macht laut der Berichterstattung auch allgemeinere Bedenken hinsichtlich der steuerlichen Behandlung grenzüberschreitender Investitionen und Asset-Verkäufe im Energiesektor deutlich. Mosambiks Rechtsauffassung wird von lokalen Analysten als mit Maßnahmen vereinbar beschrieben, die eine Aushöhlung der Steuerbemessungsgrundlage verhindern sollen.

Die Prozesskosten für Mosambik, um an dem Schiedsverfahren teilzunehmen, könnten bis zu 8 Millionen US-Dollar betragen. Schiedsverfahren vor dem ICSID dauern Berichten zufolge im Durchschnitt nahezu fünf Jahre.

Warum es wichtig ist

  • Der Ausgang beeinflusst die finanzielle Belastung für Galp und könnte den Investitionszeitplan des Rovuma-LNG-Projekts berühren.
  • Das Schiedsverfahren könnte als Maßstab dafür dienen, wie Mosambik sein Erdölsteuersystem auf ähnliche ausländische Investitionstransaktionen anwendet.

Quellen

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