Galp beantragt ein ICSID-Schiedsverfahren gegen Mosambik wegen eines Streits über 162 Millionen Euro Gas-Steuern im Zusammenhang mit dem Rovuma-Vorkommen
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Kurzfassung
- Galp hat ein ICSID-Schiedsverfahren gegen Mosambik wegen eines Steuerstreits in Höhe von 162 Millionen Euro beantragt.
- Der Fall betrifft die Kapitalertragsteuer nach dem Verkauf der Beteiligung am Rovuma-Becken an die ADNOC-Tochter XRG.
- Das Schiedsverfahren könnte den Zeitpunkt einer zusätzlichen Zahlung in Höhe von 400 Millionen US-Dollar an Galp beeinflussen.
- Eine Lösung wird voraussichtlich fast fünf Jahre dauern.
Überblick
Der portugiesische Energieanbieter Galp hat ein Schiedsverfahren gegen Mosambik beim International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) angestoßen. Strittig ist eine Kapitalertragsteuer in Höhe von 162 Millionen Euro, die nach dem Verkauf einer Beteiligung am Gasprojekt im Rovuma-Becken an die ADNOC-Tochter XRG festgesetzt worden sei. Der Ausgang des Schiedsverfahrens könnte eine bedingte Zahlung in Höhe von 400 Millionen US-Dollar beeinflussen; mit einer mehrjährigen Dauer wird gerechnet.
Was passiert ist
Galp verkaufte im März 2024 seinen 10%-Anteil an Area 4 im Offshore-Gebiet des mosambikanischen Rovuma-Beckens an die ADNOC-Tochter XRG für rund 881 Millionen US-Dollar.
Nach dem Verkauf setzte die Steuerbehörde Mosambiks eine Kapitalertragsteuer in Höhe von 162 Millionen Euro (175 Millionen US-Dollar) gegen Galp fest und verwies dabei auf einen Steuersatz von 17,6% im Rahmen des mosambikanischen Erdölsteuergesetzes.
Galp bestreitet die Steuerfestsetzung und macht geltend, dass die steuerlichen Anforderungen bereits in die Verkaufsverhandlungen eingeflossen seien.
Nachdem die Verhandlungen erfolglos geblieben waren, stellte Galp Ende Juni 2026 bei ICSID einen formellen Schiedsantrag. Laut der Branchenberatung Augale kann das Verfahren nahezu fünf Jahre dauern.
Unklar bleibt, wie viel Steuer, falls überhaupt, Galp im Zusammenhang mit der Transaktion bereits gezahlt hat und ob die anhängige Zahlung in Höhe von 400 Millionen US-Dollar von XRG von dem laufenden Schiedsverfahren betroffen sein wird.
Kontext
Der Streit betrifft die Anwendung des Steuerrechts Mosambiks auf Kapitalgewinne, die bei großen Energietransaktionen erzielt werden. Mosambik macht geltend, dass Steuern nach dem Verkauf der Beteiligung am Rovuma-Becken geschuldet seien, während Galp die Ansicht vertritt, dass der Steueranspruch keine rechtliche Grundlage habe.
Laut einer Analyse der mosambikanischen Zivilgesellschaft könnte das Schiedsverfahren die finanziell schwächere Regierung unter Druck setzen, eine Einigung zu erzielen, während lokale Analysten die rechtliche Position Mosambiks als im Einklang mit internationalen Steuergrundsätzen beschreiben.
Warum es wichtig ist
- Das Schiedsverfahren wird darüber entscheiden, ob Galp für die 162 Millionen Euro Steuern haftet, und kann die Struktur künftiger Energieinvestitionen in Mosambik beeinflussen.
- Der anhängige Steuerstreit kann den Zeitplan und die finanzielle Struktur des größeren Rovuma-LNG-Projekts beeinflussen.
