Termocandelaria Power leitet ICSID-Schiedsverfahren gegen Kolumbien ein - wegen energiebezogener Verluste im Zusammenhang mit Air-e

Veröffentlicht 2026-06-12 3 Quellen Kolumbien

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Kurzfassung

  • Termocandelaria Power S.A. leitet ein ICSID-Schiedsverfahren gegen Kolumbien ein.
  • Die Klage macht 198 Millionen US-Dollar Verluste wegen regulatorischer Maßnahmen seit 2024 geltend.
  • Der Streit betrifft Zahlungen für Energie, die an das unter staatlicher Einflussnahme stehende Air-e geliefert wurde.
  • Das Schiedsverfahren wurde auf Grundlage des bilateralen Investitionsschutzabkommens Spanien-Kolumbien eingereicht.

Überblick

Termocandelaria Power S.A., ein spanisches Energieunternehmen, hat internationale Schiedsverfahren gegen die Republik Kolumbien beim Internationalen Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) eingeleitet. Der Streit betrifft angebliche regulatorische Handlungen Kolumbiens, die es Termocandelaria und ihren Tochtergesellschaften verhindert hätten, die volle Vergütung für Energie zu erhalten, die an Air-e geliefert wurde - einen Elektrizitätsverteilnetzbetreiber, der seit 2024 unter staatlicher Einflussnahme steht. Termocandelaria fordert eine Entschädigung in Höhe von insgesamt rund 198 Millionen US-Dollar und macht geltend, dass diese Verluste auf Maßnahmen zurückzuführen seien, die mit dem Schutz unvereinbar seien, der im bilateralen Investitionsschutzabkommen zwischen Spanien und Kolumbien verbürgt ist.

Was passiert ist

Am 6. April 2026 reichte Termocandelaria Power beim ICSID formell einen Antrag auf Schiedsverfahren ein, und die Sache wurde vom Zentrum am 27. April 2026 registriert.

Das Unternehmen macht geltend, dass regulatorische Maßnahmen, die von kolumbianischen Behörden erlassen wurden - insbesondere von der Comisión de Regulación de Energía y Gas (Creg) sowie von der staatlichen Stelle, die Air-e beaufsichtigt -, eine angemessene Vergütung für die von Termocandelaria und ihrer verbundenen Gesellschaft Termobarranquilla gelieferte Elektrizität verhindert hätten.

Diese Maßnahmen sollen nach der Intervention der kolumbianischen Regierung in Air-e erfolgt sein, die länger als 19 Monate gedauert habe und zu erheblichen Zahlungsaufschüben oder -ausfällen für Stromerzeuger geführt habe.

Termocandelaria behauptet, dass die kumulative finanzielle Auswirkung die Schwelle von 198 Millionen US-Dollar überschreitet; weitere Schäden seien zu erwarten, falls die Situation fortbesteht. Das Unternehmen führt aus, dass diese Handlungen gegen das Investitionsschutzabkommen von 2007 zwischen Spanien und Kolumbien verstoßen, insbesondere gegen fairen und gerechten Umgang sowie gegen den Schutz vor willkürlichen oder diskriminierenden Maßnahmen.

Termocandelaria hat die internationale Anwaltskanzlei Freshfields sowie die kolumbianische Kanzlei Rincón Castro Abogados als Rechtsbeistand beauftragt und führt seine laufenden Geschäftsaktivitäten in Kolumbien fort.

Kontext

Air-e, ein bedeutender Stromverteilnetzbetreiber an der Karibikküste Kolumbiens, steht seit 2024 unter unmittelbarer staatlicher Einflussnahme, unter anderem wegen finanzieller Instabilität und Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Versorgung.

Termocandelaria kontrolliert über ihre Tochtergesellschaften Termocandelaria S.A.S. und Termobarranquilla S.A.S. eine erhebliche thermische Erzeugungskapazität in Kolumbien - insgesamt nahezu 1.466 MW.

Der Streit spielt sich vor dem Hintergrund eines breiteren regulatorischen Wandels und Marktdrucks im kolumbianischen Stromsektor ab; Berichten zufolge sind andere Erzeuger ebenfalls von verlängerten Zahlungsaufschüben betroffen und äußern Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Investitionsbedingungen.

Die Verfahren vor ICSID wurden auf Grundlage des bilateralen Investitionsschutzabkommens Spanien-Kolumbien eingeleitet, das seit September 2007 in Kraft ist und die schiedsgerichtliche Beilegung von Investoren-Staat-Streitigkeiten vorsieht, sofern es zu Vertragsverletzungen kommt.

Warum es wichtig ist

  • Diese Schiedsangelegenheit macht ein erhöhtes Risikobewusstsein für Investitionen im Energiesektor Kolumbiens deutlich - angesichts regulatorischer und finanzieller Turbulenzen.
  • Das Ergebnis kann Einfluss darauf haben, ob sich künftig ausländische Investoren in Kolumbien engagieren, sowie auf zukünftige regulatorische Leitlinien für den kolumbianischen Strommarkt.
  • Eine hohe zugesprochene Summe oder eine Einigung könnte Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen Kolumbiens haben und seine Beziehungen zu anderen Investoren im Energiesektor beeinflussen.

Quellen

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