Philippinen prüfen ein zweites Schiedsverfahren gegen China wegen seiner Präsenz im Westphilippinischen Meer
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Kurzfassung
- Die Philippinen erwägen die Einleitung eines zweiten Schiedsverfahrens gegen China.
- Grund dafür sind Berichte über neue chinesische Anlagen am Scarborough Shoal (Bajo de Masinloc).
- Behördliche Stellen prüfen rechtliche und verfahrensbezogene Optionen.
- Chinas frühere Handlungen im Westphilippinischen Meer werden als Maßstab herangezogen.
Überblick
Ein philippinischer maritimer Experte hat mitgeteilt, die Regierung prüfe derzeit die Möglichkeit, ein zweites Schiedsverfahren gegen China einzuleiten - insbesondere mit Blick auf chinesische Aktivitäten am Scarborough Shoal (Bajo de Masinloc) und in weiteren Gebieten im Westphilippinischen Meer. Diese Erwägung steht im Zusammenhang mit dem früheren, erfolgreichen Schiedsspruch der Philippinen gegen China vor dem Ständigen Schiedsgericht vor etwa einem Jahrzehnt.
Dazu gehörten neue Berichte über chinesische schwimmende Plattformen, Bojen und Antennen, die am Scarborough Shoal beobachtet worden seien. Die Prüfung erfolgt demnach parallel zur Bewertung weiterer rechtlicher und verfahrensbezogener Schritte durch zuständige Stellen.
Was passiert ist
Der maritime Experte Jay Batongbacal erklärte, philippinische Behörden und die zuständigen Stellen prüften Möglichkeiten, China einem internationalen Spruchkörper zu unterstellen, nachdem neue Berichte über chinesische schwimmende Plattformen, Bojen und Antennen vor dem Scarborough Shoal aufgetaucht seien.
Die philippinische Küstenwache berichtete, diese chinesischen Anlagen hätten sich etwa zwei Wochen am Riff aufgehalten, während zugleich weitere chinesische Forschungsschiffe in dem Gebiet gewesen seien.
China halte seine Aktivitäten für wissenschaftliche Zwecke, Batongbacal zufolge gingen jedoch ähnliche Begründungen der Entwicklung künstlicher Inseln und militärischer Stützpunkte an anderen Stellen im Westphilippinischen Meer voraus.
Der Experte führte außerdem aus, dass nach philippinischem Recht Meeresforschung durch ausländische Akteure einer Genehmigung bedürfe und nicht autorisierte Anlagen beschlagnahmt werden könnten.
Es wurden keine offiziellen Angaben dazu gemacht, ob die Philippinen diese Rechtsvorschrift in der aktuellen Situation tatsächlich durchsetzen würden.
Kontext
2016 gewannen die Philippinen ein Schiedsverfahren, mit dem Chinas weitreichende Ansprüche im Südchinesischen Meer zurückgewiesen wurden. Jüngste Berichte über neue chinesische Installationen haben die Aufmerksamkeit erneut auf territoriale und maritime Streitigkeiten rund um den Scarborough Shoal gelenkt - ein Gebiet, das von beiden Ländern beansprucht wird.
Chinesische Aktivitäten an umstrittenen maritimen Gegebenheiten haben in der Vergangenheit zu erheblichen rechtlichen und diplomatischen Reaktionen in der Region geführt, darunter zum Bau künstlicher Inseln und militärischer Anlagen. Die philippinischen Behörden beobachten die Entwicklungen weiterhin und mögliche Auswirkungen auf philippinisches Staatsgebiet und die Sicherheit.
Warum es wichtig ist
- Die Möglichkeit eines neuen Schiedsverfahrens zeigt, dass die Philippinen in ihrem maritimen Streit mit China weiterhin auf rechtliche Wege setzen.
- Ein solches Verfahren könnte Folgen für die regionale Sicherheit, die Bewirtschaftung von Ressourcen und die weitere Anwendung des Seerechts in umstrittenen Gebieten haben.
