Polen billigt die Einrichtung eines nationalen Verzeichnisses für Mediatoren und einheitliche Ausbildungsanforderungen

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Kurzfassung

  • Polens Regierung hat einen Gesetzentwurf gebilligt, um ein Nationales Mediatorenregister einzurichten.
  • Der Entwurf führt neue Standards und Anforderungen für Gerichtsmittler sowie Ausbildungsinstitutionen ein.
  • Bisherige verstreute Listen in Papierform sollen durch ein zentrales elektronisches Register ersetzt werden.
  • Das Gesetz soll die Qualität und den Zugang zur Mediation im polnischen Justizsystem verbessern.

Überblick

Am 6. August 2026 hat die polnische Regierung einen Gesetzentwurf gebilligt, um ein Nationales Mediatorenregister einzurichten und Mindestanforderungen an Ausbildung und Zertifizierung für Gerichtsmittler sowie Einrichtungen der Mediation-Ausbildung festzulegen. Die Reform soll Bedenken begegnen, dass die Qualifikationen von Mediatoren uneinheitlich sind, und dass es keine einheitliche Datenbank der Fachleute gibt, die gerichtsgelenkte Mediationen durchführen.

Was passiert ist

Das Justizministerium legte einen Gesetzentwurf vor, der die Tätigkeit des Gerichtsmittlers in Polen regeln soll.

Das Gesetz führt die Kategorie "court mediator" ein, ersetzt damit den bisherigen Begriff "permanent mediator" und legt Anforderungen für Bewerber fest, darunter Rechtsfähigkeit, ein Mindestalter, ein Hochschulabschluss, Kenntnisse der polnischen Sprache (B2) sowie ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis.

Künftige Gerichtsmittler müssten eine 40-stündige Basisausbildung sowie zusätzliche spezialisierte Kurse absolvieren, sofern keine Befreiung greift, und sich im neuen zentralen Nationalen Mediatorenregister eintragen lassen.

Mediatoren müssen sich alle fünf Jahre weiterbilden lassen, um weiterhin im Register geführt zu werden. Das Register soll außerdem anerkannte Einrichtungen für die Mediationsausbildung enthalten. Diese müssen Qualitäts- und Personalkriterien erfüllen und unter der Aufsicht des Ministeriums stehen.

Es soll ein unabhängiger Mediation Council eingerichtet werden, der zu Ausbildungsstandards und Ethik beraten soll. Das zentrale System ersetzt die verstreuten, häufig veralteten lokalen Listen in Papierform und soll sicherstellen, dass Informationen zu Mediatoren und Einrichtungen korrekt und aktuell sind.

Kontext

Derzeit werden in Polen Listen für Gerichtsmittler jeweils von den Präsidenten der regionalen Gerichte geführt, teils nur in Papierform, was dazu führt, dass Daten veraltet oder unvollständig sind.

Nach Angaben des Ministeriums hat die Vielzahl an Anbietern mit geringer Qualität es erleichtert, dass auch nicht qualifizierte Personen Zertifikate erhalten. Deshalb bestehe Bedarf an strengeren Regelungen.

Warum es wichtig ist

  • Die Reformen sollen die Professionalität und Konsistenz der gerichtlichen Mediation in Polen erhöhen, indem sie die Zugangsvoraussetzungen klarer fassen, die Qualität der Ausbildung verbessern und Informationen für Gerichte und die Öffentlichkeit zentralisieren.
  • Ein nationales Register soll den Zugang zu glaubwürdigen, gut ausgebildeten Gerichtsmittlern erleichtern und den Behörden eine bessere Aufsicht ermöglichen.

Quellen

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