CJI Surya Kant weist auf sechsjährige Verzögerung bei der Gründung des Arbitration Council of India hin

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Kurzfassung

  • Chief Justice Surya Kant hat sich öffentlich zur sechsjährigen Verzögerung bei der Konstituierung des Arbitration Council of India geäußert.
  • Das Gremium wurde zwar durch eine Änderung von 2019 vorgesehen, ist jedoch bislang nicht umgesetzt.
  • Kant hofft, dass ein neues Gesetzesvorhaben zur Formalisierung des Gremiums dem Parlament bald vorgelegt wird.
  • Er betonte eine umfassende Reform im Bereich ADR, um Indiens Glaubwürdigkeit als Schiedsstandort voranzubringen.

Überblick

Der Chief Justice of India Surya Kant hat die erhebliche Verzögerung bei der Bildung des Arbitration Council of India betont. Das 2019 gesetzlich vorgesehene Gremium ist bislang nicht konstituiert. In seiner Rede beim Silver-Jubilee-Gipfel des Indian Institute of Arbitration and Mediation in Neu-Delhi forderte Kant ein rasches gesetzgeberisches Vorgehen sowie weitreichendere Reformen, um Indiens Schiedsrahmen und seinen internationalen Ruf zu stärken.

Was passiert ist

Am 11. Juli 2026 sprach CJI Surya Kant über die fortbestehende sechsjährige Verzögerung bei der Einrichtung des Arbitration Council of India. Dieses durch Gesetz autorisierte Gremium sollte 2019 Schiedsinstitutionen einordnen und Schiedsrichter akkreditieren.

Er machte diese Ausführungen im Rahmen des ADR Summit 2026, der 25 Jahre des Indian Institute of Arbitration and Mediation markierte, und hob hervor, dass das Gremium trotz gesetzlicher Vorgaben bislang noch nicht in Betrieb genommen wurde.

Kant verwies auf den Draft Arbitration and Conciliation (Amendment) Bill, der im Oktober 2024 zur öffentlichen Konsultation veröffentlicht wurde und auf den Empfehlungen des Viswanathan Committee beruht; er stellte fest, dass das Vorhaben über die Konsultationsphase hinaus nicht weitergekommen sei.

Er äußerte die Hoffnung, dass in überarbeiteter Form bald ein entsprechender Gesetzentwurf im Parlament eingebracht werde. Dabei wies er darauf hin, dass solche Umsetzungslücken die Glaubwürdigkeit von Indiens Zielvorstellungen als bevorzugter Schiedsort untergraben.

Außerdem forderte er eine umfassende Neuausrichtung des indischen ADR-Rahmens. Dazu zählte unter anderem, die Ausbildung von Mediatoren und deren Akkreditierung zu verbessern, die verstärkte Aufnahme von Mediation-Klauseln in kommerzielle Verträge voranzutreiben und Schritte zur Ratifizierung des Singapore Convention on Mediation zu unternehmen.

Kontext

Der Arbitration Council of India wurde durch den Arbitration and Conciliation (Amendment) Act, 2019 zunächst "auf dem Papier" geschaffen. Er sollte dazu dienen, die Qualität von Schiedsinstitutionen im Land sowie die Akkreditierung von Schiedsrichtern zu standardisieren und zu verbessern.

Indien verfolgt unter anderem das Ziel, sich als globales Schieds-Drehkreuz zu positionieren, um teilweise die erhebliche Rückstausituation in den herkömmlichen Gerichten zu adressieren. Im Land sind landesweit über 50 Millionen anhängige Rechtssachen verzeichnet.

Behördliche Stellen und öffentliche Einrichtungen machen einen erheblichen Anteil an diesem Verfahrensaufkommen aus, was den Bedarf an tragfähigen ADR-Mechanismen zusätzlich zur konventionellen Streitbeilegung durch Gerichte erhöht.

Warum es wichtig ist

  • Die Verzögerung bei der Konstituierung des Arbitration Council of India wirkt sich auf Indiens Stellung als attraktiver Sitz für internationale Schiedsverfahren aus und wirft Bedenken hinsichtlich der Umsetzung gesetzlicher Reformen auf.
  • Von einem wirksamen Betrieb des Gremiums wird erwartet, dass die Glaubwürdigkeit auf institutioneller Ebene gestärkt, Schiedsverfahren stärker standardisiert und die Rückstände bei Gerichten reduziert werden können.
  • Die umfassendere ADR-Reform, wie von CJI Kant gefordert, wird als entscheidend angesehen sowohl für lokale als auch für internationale Parteien, die eine verlässliche Streitbeilegung außerhalb formeller Gerichtsverfahren suchen.

Quellen

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