Spanisches Verfassungsgericht stellt die endgültige Wirkung eines Schiedsspruchs im HIG-Fergus Hotels-Streit fest
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Kurzfassung
- Das spanische Verfassungsgericht stellte einen Teil des Schiedsspruchs im Streit HIG gegen Fergus Hotels als endgültig fest.
- Die Entscheidung stoppt das TSJ des Madrid von einer erneuten Prüfung desselben Abschnitts des Schiedsspruchs.
- Das ist das erste Mal, dass das Verfassungsgericht einen umstrittenen Abschnitt eines Schiedsspruchs ausdrücklich als endgültig erklärt.
- Der Streit betraf eine gescheiterte Joint-Venture-Vereinbarung und darauf gestützte Schadensersatzforderungen.
Überblick
Am 23. Juni 2026 hat das spanische Verfassungsgericht eine Entscheidung erlassen, die die endgültige Wirkung eines Abschnitts eines Schiedsspruchs in dem Streit zwischen dem Investmentfonds HIG und der Hotelkette Fergus Hotels feststellte.
Das Plenum des Gerichts hob eine frühere Entscheidung des TSJ Madrid auf, die den Schiedsspruch teilweise wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung annulliert hatte, und untersagte dem Gericht in Madrid, die Angelegenheit erneut zu prüfen.
Der Streit entstand aus einem gescheiterten Joint Venture über Tent Hotels, wobei es um Vorwürfe wegen Vertragsverletzung und um nachfolgende Schadensersatzansprüche ging.
Was passiert ist
HIG und Fergus Hotels hatten vor Beginn der COVID-19-Pandemie eine Joint-Venture-Vereinbarung geschlossen, um Tent Hotels zu betreiben.
Nach dem Ausbruch der Pandemie kündigte HIG den Vertrag einseitig und machte dabei nicht erfüllte Finanzierungsbedingungen sowie geänderte Umstände wegen COVID-19 geltend.
Fergus Hotels leitete ein Schiedsverfahren beim Madrid International Arbitration Center (CIAM) ein.
Das Schiedsgericht stellte fest, dass HIG den Vertrag in bösgläubiger Weise verletzt habe, und ordnete an, dass HIG Schadensersatz sowie Kosten zu zahlen habe, wies aber den Antrag von Fergus Hotels in Höhe von 31,5 Millionen Euro entgangenen Gewinns (lucro cesante) zurück.
Fergus Hotels beantragte vor dem TSJ Madrid die teilweise Annullierung des Schiedsspruchs und berief sich darauf, dass das Schiedsgericht wichtige Beweismittel nicht berücksichtigt habe und damit die öffentliche Ordnung verletzt worden sei.
Das TSJ Madrid hob den Abschnitt des Schiedsspruchs mit Mehrheitsentscheidung auf, der den entgangenen Gewinn abgewiesen hatte, und begründete dies mit einer unzureichenden Begründung der Schiedsrichter sowie mit verfahrensrechtlichen Bedenken.
HIG legte gegen die Entscheidung des TSJ Madrid mit einem amparo-Verfahren beim Verfassungsgericht Rechtsmittel ein.
Das Gericht hob die Entscheidung des TSJ Madrid auf und erklärte - erstmals - unmittelbar die endgültige Wirkung des angefochtenen Abschnitts des Schiedsspruchs, sodass das untere Gericht die Frage nicht erneut prüfen und keine neue Entscheidung erlassen konnte.
Kontext
Das spanische Verfassungsgericht ist in den vergangenen Jahren wiederholt eingeschritten, um die Grenzen der gerichtlichen Überprüfung von Schiedssprüchen festzulegen, mit dem Ziel, Schiedsverfahren vor übermäßiger Kontrolle durch ordentliche Gerichte zu schützen.
Vorangegangene gerichtliche Schritte betrafen häufig die Aufhebung von TSJ-Madrid-Entscheidungen, die Schiedssprüche teilweise oder vollständig annulliert hatten, wobei dafür in der Regel weitere Verfahren vor dem TSJ Madrid erforderlich waren.
In diesem Fall erklärte das Verfassungsgericht jedoch die endgültige Wirkung des umstrittenen Abschnitts und verhinderte so eine zusätzliche gerichtliche Überprüfung.
Warum es wichtig ist
- Dies ist das erste Mal, dass das spanische Verfassungsgericht einen annullierten Abschnitt eines Schiedsspruchs ausdrücklich als endgültig erklärt und damit den Weg für weitere Überprüfungen durch ordentliche Gerichte schließt.
- Die Entscheidung schafft einen Präzedenzfall dafür, den Umfang zu begrenzen, in dem spanische Gerichte Schiedssprüche überprüfen können, und stärkt die endgültige Wirkung von Schiedssprüchen in Spanien.
- Die Entscheidung macht anhaltende Spannungen zwischen Spaniens ordentlicher Gerichtsbarkeit und dem Verfassungsgericht deutlich - insbesondere hinsichtlich des zulässigen Umfangs gerichtlicher Eingriffe in das Ergebnis eines Schiedsverfahrens.
Quellen
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El Constitucional declara por primera vez la firmeza de un laudo arbitral
elconfidencial.com
