Spanien und Frankreich obsiegen in einem Schiedsverfahren gegen ACS und Eiffage wegen eines Bahn-Tunnels

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Kurzfassung

  • Das Schiedsgericht in Genf wies die 915-Millionen-Euro-Klage von TP Ferro gegen Spanien und Frankreich ab.
  • Der Streit drehte sich um die vorzeitig beendete Konzession für den Hochgeschwindigkeitsbahntunnel Figueras-Perpignan.
  • TP Ferro, unterstützt von ACS und Eiffage, machte eine widerrechtliche Beendigung geltend - das Gericht stellte jedoch erhebliche Vertragsverletzungen durch TP Ferro fest.
  • Auch die Entschädigungsforderungen der beiden Regierungen gegen TP Ferro wurden abgewiesen.

Überblick

Ein in Genf ansässiges Schiedsgericht wies Forderungen in Höhe von 915 Millionen Euro von TP Ferro, einem Konsortium aus ACS und Eiffage, gegen Spanien und Frankreich zurück. Der Fall entstand aus der frühen Beendigung von TP Ferrros Konzession zum Betrieb und zur Instandhaltung des Hochgeschwindigkeitsbahntunnels Figueras-Perpignan - einer strategischen grenzüberschreitenden Verbindung zwischen Spanien und Frankreich. Komplexe Fragen zu Verträgen, Finanzen und Insolvenz zogen sich über neun Jahre hinweg.

Was passiert ist

TP Ferro erhielt 2004 den Zuschlag für den Bau und Betrieb der 44,5 km langen Bahnstrecke Figueras-Perpignan, einschließlich des 8,3 km langen Pertus-Tunnels. Das Unternehmen sah sich mit einem geringeren als erwarteten Verkehrsaufkommen und finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert, was 2015 zur Insolvenz führte.

Spanien und Frankreich beendeten die Konzession im Dezember 2016, mit der Begründung, TP Ferro könne die durchgehende Erbringung des Bahnbetriebs nicht gewährleisten. Daraufhin machte TP Ferro nahezu 1 Milliarde Euro an Schadensersatz und Entschädigung geltend und verwies auf eine vertragliche Schieflage sowie externe Faktoren.

Nach einem neun Jahre dauernden Schiedsverfahren in Genf entschied das Schiedsgericht zugunsten von Spanien und Frankreich. Es stellte fest, dass TP Ferro wesentliche Verstöße gegen seine vertraglichen Verpflichtungen begangen hatte. Das Gericht bestätigte die vorzeitige Beendigung aufgrund der Insolvenz.

Neben der Abweisung der Ansprüche von TP Ferro wies das Schiedsgericht auch die eigenen Entschädigungsansprüche von Spanien und Frankreich gegen das Konsortium zurück. Der Streit markiert das vierte und größte Schiedsverfahren, an dem TP Ferro und die beiden Regierungen beteiligt waren.

Kontext

Der Tunnel Figueras-Perpignan ist ein bedeutender Teil des Bahn-Korridors im Mittelmeerraum und verbindet Spanien und Frankreich im Rahmen der EU-Prioritäten für Infrastruktur. TP Ferro gewann den ursprünglichen Auftrag im Rahmen einer Niedrig-Subventions-Bewerbung; die Konzession war bis 2054 geplant.

Nach Jahren schwacher finanzieller Entwicklung und gescheiterten Schuldenumstrukturierungen geriet TP Ferro in Insolvenz. Dadurch entstanden mehrere Streitigkeiten mit den spanischen und französischen Regierungen. Frühere Schiedsverfahren wurden 2015, 2017 und 2019 abgeschlossen.

Warum es wichtig ist

  • Die Entscheidung beendet eines der bedeutendsten Infrastruktur-Schiedsverfahren in Europa - mit Bezug auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit und komplexe Fragen des Vertragsrechts.
  • Das Ergebnis kann künftige Vorgehensweisen bei Konzessionsverträgen, der Risikoverteilung und der behördlichen Aufsicht bei grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekten beeinflussen.

Quellen

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