Keppel leitet Schiedsverfahren wegen Landnutzungsgebühren im Vietnam-JV „Empire City“ ein
Kurzfassung
- Corredances Muttergesellschaft Corredance hat ein Schiedsverfahren gegen drei Joint-Venture-Partner gestartet.
- Der Streit betrifft die Haftung für eine zusätzliche Landnutzungsgebühr von 6,9 Billionen Dong (etwa 330 Mio. S$), die für das Projekt Empire City in Ho-Chi-Minh-Stadt verhängt wurde.
- Corredance beantragt die Feststellung, dass sie nicht für diese Gebühren verantwortlich ist, sowie eine Entschädigung für etwaige Verluste.
- Das Schiedsverfahren wurde beim Singapore International Arbitration Centre eingereicht.
Überblick
Keppel Corporation hat über seine Tochtergesellschaft Corredance Schiedsverfahren gegen drei Miteigentümer in einem vietnamesischen Joint Venture für Wohn- und gemischt genutzte Entwicklungen eingeleitet. Der Streit betrifft die Verantwortung für erhebliche zusätzliche Landnutzungsgebühren, die lokale Behörden kürzlich für das Projekt Empire City verhängt haben.
Was passiert ist
Im März 2016 schloss Corredance eine Investitionsvereinbarung mit Denver Power, Tien Phuoc Real Estate Joint Stock Company, Tran Thai Lands Company und dem Joint-Venture Empire City in Ho-Chi-Minh-Stadt.
Gegen Ende 2025 verhängten vietnamesische Behörden rund 6,9 Billionen Dong an zusätzlichen Landnutzungsgebühren für das Empire-City-JV.
Corredance, die 40% an Empire City hält, macht geltend, dass die anderen drei Gesellschaften die volle Verantwortung für die auferlegten Gebühren tragen sollten. Sie verweist dabei auf Zusicherungen und Garantien in der ursprünglichen Investitionsvereinbarung zu Grundstücksbeschlüssen und den damit verbundenen Abgaben.
Corredance hat beim Singapore International Arbitration Centre eine Mitteilung über ein Schiedsverfahren eingereicht. Dabei beantragt sie Feststellungsentscheidungen über fehlende Haftung sowie eine Entschädigung von ihren JV-Partnern. Das Empire-City-JV hat derweil vietnamesische Behörden ersucht, ihre Gebührenentscheidung zu überdenken; dieser Prozess ist noch anhängig.
Kontext
Empire City wurde 2016 gegründet, um in der Thu-Thiem-New-Area von Ho-Chi-Minh-Stadt Wohn- und gemischt genutzte Immobilien zu entwickeln. Hohe Landnutzungsgebühren stellen bei großen Immobilienprojekten in Vietnam ein wesentliches Risiko dar.
Keppel erklärt, dass die Investition derzeit zwar weiterhin voraussichtlich profitabel bleiben wird, die Profitabilität aber sinken könnte, falls die neu auferlegten Gebühren nicht von den Partnern übernommen werden, wie im Schiedsverfahren geltend gemacht.
Warum es wichtig ist
- Das Ergebnis des Schiedsverfahrens kann darüber entscheiden, welches JV-Unternehmen letztlich für kostenintensive Entwicklungsausgaben im vietnamesischen Immobiliensektor haftet.
- Der Fall verdeutlicht mögliche Auswirkungen rückwirkender staatlicher Gebühren auf ausländische Investitionen und Joint Ventures in Schwellenländern.
