Chiles Karin-Gesetz löst Empfehlung für formelle Arbeitsmediation aus
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Kurzfassung
- Das Karin-Gesetz sollte Arbeitsplatzmobbing adressieren, hat aber zu hohen Fallzahlen geführt.
- Bis Januar 2026 wurden über 68.000 Beschwerden eingereicht; weniger als 20% betreffen bestätigte Verstöße.
- Verfahren, die für einen Monat vorgesehen sind, dauern inzwischen bis zu acht Monate wegen Überlastung.
- Experten empfehlen die Einführung einer formellen Arbeitsmediation zur Bearbeitung von Fällen ohne Mobbingbezug.
Überblick
Knapp zwei Jahre nach der Umsetzung des Karin-Gesetzes in Chile - dem Gesetz Nr. 21.643 zur Bekämpfung von Arbeitsplatzmobbing - berichten Experten über erhebliche Rückstaus bei der Arbeitsbehörde des Landes. Viele dieser Verfahren beträffen nicht tatsächliches Mobbing, sondern allgemeine Konflikte am Arbeitsplatz. Vor diesem Hintergrund wird gefordert, die Arbeitsmediation zu formalisieren, damit solche Streitigkeiten schneller und angemessener gelöst werden können.
Was passiert ist
Das Karin-Gesetz wurde eingeführt, um in Chile eine vorbeugende Kultur gegen Arbeitsplatzmobbing zu schaffen.
Stand Januar 2026 hatte die Direcci93n del Trabajo (Arbeitsdirektion) 68.468 Beschwerden erhalten, doch fast die Hälfte stand nicht im Zusammenhang mit Mobbing oder Gewalt.
Weniger als 20% der abgeschlossenen Ermittlungen bestätigten einen Verstoß, während Verfahren, die eigentlich in 30 Tagen abgeschlossen sein sollten, wegen der Auslastung rund acht Monate dauern.
Kritiker verweisen auf fehlende Zugangsschwellen in der rechtlichen Definition, wodurch viele kleinere Konflikte oder Ungehörigkeiten als Mobbing gemeldet würden. Es gibt Empfehlungen, ein formelles Arbeitsmediationssystem einzuführen, um Fälle, die die Schwelle für Mobbing nicht erreichen, angemessener zu bearbeiten.
Kontext
Das bestehende Verfahren Chiles für Beschwerden wegen Arbeitsplatzmobbing nach dem Karin-Gesetz ist durch eine Überlastung gefährdet - bedingt durch breite Definitionen und fehlendes wirksames Filtern. Die aktuellen Prozesse schaffen Pflichten und Fristen, die sowohl Arbeitgebern als auch der Arbeitsbehörde schwer einzuhalten sind.
Eine neue Regierungsverordnung wird erwartet, um diese Verfahrensmängel zu beheben. Sie könnte strengere Zulässigkeitskriterien und Mediationstoptionen für arbeitsbezogene Konflikte ohne Mobbingbezug einführen.
Warum es wichtig ist
- Ein formeller Mediationstrack für Arbeitsstreitigkeiten könnte Verwaltungsengpässe reduzieren und für viele arbeitsbezogene Konflikte schnellere, passendere Ergebnisse ermöglichen.
- Die Einführung von Mediation könnte der Arbeitsbehörde erlauben, sich stärker auf echte Fälle von Arbeitsplatzmobbing zu konzentrieren und die Wirksamkeit des arbeitsrechtlichen Schutzes in Chile insgesamt zu verbessern.
