Kenia-Judikative und Law Society setzen Spannungen wegen Mediation durch Nichtjuristen auf die Agenda

Veröffentlicht 2026-05-28 1 Quelle

Beiträge werden sprachübergreifend gebündelt, in ein festes Format gebracht und mit den Originalquellen verlinkt. Wie wir berichten.

Kurzfassung

  • Spannungen zwischen der Kenianischen Judikative und der Law Society of Kenya (LSK) wegen Mediatoren ohne juristische Ausbildung
  • Juristen äußerten Bedenken, Mediation könne die klassische juristische Arbeit und das Einkommen verringern
  • Judikative und LSK unterzeichneten ein gemeinsames Kommuniqué zur Regelung von Akkreditierung, Vergütung und Aufsicht
  • Eine technische Kommission soll innerhalb von 45 Tagen Empfehlungen erarbeiten

Überblick

Die Kenianische Judikative und die Law Society of Kenya (LSK) führen derzeit dringende Verhandlungen nach einem Streit über Rolle und Regulierung von Mediatoren ohne juristische Ausbildung im Programm "Court-Annexed Mediation". Juristen befürchten, die Mediation könne ihre berufliche Tätigkeit schmälern, während beide Seiten darauf abzielen, das Wachstum und die Integrität der Mediation im Rechtssystem in Einklang zu bringen.

Was passiert ist

Die Spannungen entstanden, nachdem Mediatoren ohne juristische Ausbildung in zunehmendem Umfang Aufgaben übernahmen, die bislang typischerweise von juristischen Fachleuten bearbeitet wurden, insbesondere in Handels-, Land- und Immobilienstreitigkeiten.

Die Law Society of Kenya wandte sich gegen gerichtliche Anordnungen, wonach Mandanten an Mediationsverfahren teilnehmen müssen, die von Nichtjuristen geleitet werden. Sie verwies dabei auf die berufsrechtlichen Vorgaben für die Rechtsanwaltschaft sowie auf Bedenken hinsichtlich der Kompetenz von Mediatoren und ihrer Vergütung.

Daraufhin folgten dringende Verhandlungen. Das Ergebnis war ein gemeinsames Kommuniqué bei den Milimani Law Courts, in dem beide Institutionen vereinbarten, die Akkreditierung von Mediatoren, die Zahlungsmodalitäten, Transparenz bei der Zuteilung von Fällen und die Werbevorschriften zu überprüfen.

Es wurde eine gemeinsame technische Kommission eingesetzt, die innerhalb von 45 Tagen einen Maßnahmenplan vorschlagen soll; zudem wird eine neue ADR-Gesetzgebung geprüft, wobei der Attorney-General einbezogen wird.

Kontext

"Court-Annexed Mediation" (CAM) wurde in Kenia eingeführt, um die Streitbeilegung zu beschleunigen, Gerichtsstaus abzubauen und einvernehmliche Lösungen zu fördern. Seit 2016 hat das Programm Streitigkeiten im Umfang von mehr als Sh52,2 Milliarden beigelegt.

Derzeit gibt es landesweit 1.515 akkreditierte Mediatoren. Mediation wird in allen Gerichten angeboten und deckt eine breite Palette von Streittypen ab. Mediatoren erhalten eine feste Vergütung pro Fall, unabhängig vom Streitwert.

Warum es wichtig ist

  • Der Konflikt zeigt Herausforderungen bei der Einbindung von Mediatoren ohne juristische Ausbildung in das formale Justizsystem und damit die Abwägung zwischen Effizienz und öffentlichem Vertrauen einerseits sowie den Interessen juristischer Fachleute andererseits.
  • Die Lösung dieser Fragen kann die künftige Ausgestaltung, Aufsicht und Regulierung der Mediation im gerichtlichen Verfahren in Kenia beeinflussen.

Quellen

Verwandte Artikel