Vulcan Materials - Schiedsspruch gegen Mexiko auf rund 17 Millionen US-Dollar gedeckelt
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Kurzfassung
- Vulcan Materials verlangte im NAFTA-Schiedsverfahren 1,7 Milliarden US-Dollar von Mexiko.
- Das Schiedsgericht wies die meisten Ansprüche von Vulcan weitgehend zurück.
- Vulcan erhielt etwa 17 Millionen US-Dollar - weniger als 1% der ursprünglichen Forderung.
- Der Streit betraf die Schließung von Bergbauaktivitäten in Quintana Roo.
Überblick
Ein Schiedsgericht hat dem US-amerikanischen Unternehmen Vulcan Materials im Rahmen eines Investitionsschiedsverfahrens gegen Mexiko rund 17 Millionen US-Dollar zugesprochen - weniger als 1% der 1,7 Milliarden US-Dollar, die die Gesellschaft als Entschädigung nach der von mexikanischen Behörden veranlassten Schließung ihrer Bergbauaktivitäten in Quintana Roo gefordert hatte. Das Verfahren wurde unter NAFTA eingeleitet und betraf vor allem die 2018 erfolgte Einstellung der Aktivitäten der lokalen Einheit von Vulcan, Calizas Industriales del Carmen.
Was passiert ist
Vulcan Materials leitete 2018 ein Schiedsverfahren gegen Mexiko unter dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (NAFTA) ein - nach der Schließung seiner Kalksteinabbauaktivitäten in Quintana Roo, die von der Tochtergesellschaft Calizas Industriales del Carmen betrieben wurden.
Das Unternehmen verlangte 1,7 Milliarden US-Dollar an Schadensersatz und machte geltend, die mexikanische Regierung habe eine frühere Vereinbarung missachtet und seine Vermögenswerte willkürlich geschlossen und enteignet.
Das Schiedsgericht erließ seinen endgültigen Schiedsspruch im Juli 2026 und wies die Ansprüche von Vulcan weitgehend zurück - abgesehen von einem, das sich auf die Schließung eines einzelnen Standorts im Januar 2018 bezog.
Das Tribunal sprach Vulcan knapp 17 Millionen US-Dollar zu - ein Betrag, der als weniger als 1% der ursprünglichen Forderung bestätigt wurde. Sowohl die mexikanische Regierung als auch Vulcan Materials bestätigten die geringe Entschädigung; das Unternehmen bezeichnete seinen Erhalt als "unerheblich".
Vulcan berichtete, das Tribunal habe Mexiko unter NAFTA in mehreren Punkten als nicht im Recht befindlich festgestellt, die verhängten Schadensersatzleistungen seien jedoch gering. Die detaillierte Begründung des Schiedsgerichts bleibt vertraulich, bis sie öffentlich veröffentlicht wird.
Kontext
Der Streit von Vulcan geht darauf zurück, dass mexikanische Behörden seine Bergbauaktivitäten in Quintana Roo stillgelegt haben - unter Verweis auf Umweltbedenken. Dazu gehörten angebliche Schäden an natürlichen Gegebenheiten wie Cenotes sowie eine Verunreinigung des Grundwassers.
Das betroffene Areal wurde nach dem Ende der Bergbautätigkeiten als Zone für den Umweltschutz ausgewiesen. Vulcan bezeichnete das Vorgehen als rechtswidrige Enteignung, während Mexiko umweltbezogene Rechtfertigungen anführte.
Das Schiedsverfahren wurde unter NAFTA-Bestimmungen geführt; der Anspruch wurde am ICSID (International Centre for Settlement of Investment Disputes) verhandelt. Sowohl Vulcan als auch die Tochtergesellschaft Calizas Industriales del Carmen waren an dem Verfahren beteiligt.
Warum es wichtig ist
- Die Entscheidung bestätigt, dass Schiedsgerichte auch deutlich unter den geltend gemachten Beträgen Entschädigungen zusprechen können, insbesondere wenn nur ein Teil der Handlungen der Regierung als Verstoß gegen den Investorenrechtsschutz des Vertrags bewertet wird.
- Die Entscheidung ist für ausländische Investoren und Staaten bedeutsam, die NAFTA sowie Nachfolgeverfahren unter USMCA in Zusammenhang mit Enteignung und regulativem Handeln führen oder geführt haben.
- Sie macht außerdem deutlich, wie umweltpolitische Fragen mit internationalen Verpflichtungen aus Investitionsschutzabkommen zusammenwirken können.
