Cardama leitet ein ICC-Schiedsverfahren gegen Uruguay ein, nachdem der OPV-Vertrag gekündigt wurde

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Kurzfassung

  • Der spanische Schiffbauer Cardama hat ein ICC-Schiedsverfahren gegen Uruguay eingeleitet.
  • Der Streit folgt auf die Kündigung eines Vertrags über zwei Offshore-Patrouillenschiffe (OPVs) durch Uruguay.
  • Uruguay macht Unregelmäßigkeiten bei den Garantien von Cardama für die Stornierung geltend.
  • Das Schiedsverfahren wird nach ICC-Regeln in Paris geführt.

Überblick

Der spanische Schiffbauer Cardama hat ein internationales Schiedsverfahren gegen die Regierung von Uruguay eingeleitet, nachdem ein Vertrag über zwei Offshore-Patrouillenschiffe (OPVs) gekündigt worden war. Der Fall wird nach den Regeln der Internationalen Handelskammer (ICC) verhandelt, mit Sitz in Paris. Der Streit betrifft insbesondere Uruguays Vorwürfe, es habe Unregelmäßigkeiten bei den von Cardama bereitgestellten Garantien gegeben, die dazu geführt hätten, dass die Regierung das Geschäft rückgängig machte.

Was passiert ist

Die uruguayische Regierung hat unter Präsident Yamandía Orsi den Vertrag mit Cardama über den Bau von zwei OPVs gekündigt, nachdem sie mehrere Unregelmäßigkeiten in den angebotenen Garantien des in Vigo ansässigen Unternehmens angeführt hatte. Uruguay hatte Cardama zum Zeitpunkt der Kündigung rund 30 Millionen USD gezahlt, etwa ein Drittel des Vertragswerts.

Am 11. Juni wurde der uruguayischen Regierung formell mitgeteilt, dass Cardama einen Schiedsantrag bei der Internationalen Schiedskammer (International Court of Arbitration) der ICC eingereicht hatte. Mit dem Antrag will Cardama feststellen lassen, dass die Kündigung des Vertrags durch Uruguay unzulässig und im Widerspruch zu den Vertragsbestimmungen erfolgt sei; außerdem macht Cardama geltend, Uruguay sei nicht in gutem Glauben aufgetreten und habe seine Verpflichtungen verletzt.

Die uruguayische Regierung zeigt sich von ihrer Entscheidung überzeugt. Sie bezeichnet den Schiedsantrag von Cardama als schwach und betont, Cardama habe die Kündigung zuvor nicht vor uruguayischen Gerichten angegriffen.

Das Schiedsverfahren stützt sich auf eine Streitbeilegungsklausel im ursprünglichen Vertrag. Diese sieht ICC-Schiedsverfahren in Paris vor, falls die Parteien Probleme nicht national oder durch benannte technische Sachverständige lösen konnten.

Kontext

Der Vertrag über die beiden OPVs war zunächst Cardama nach einem gescheiterten ersten Ausschreibungsverfahren im Jahr 2021 zugesprochen worden. Die Vereinbarung wurde zwischen Cardama und dem Verteidigungsministerium von Uruguay im Dezember 2023 geschlossen.

In der vorangegangenen Amtszeit wurden Bedenken hinsichtlich der Angemessenheit der Due Diligence zu Cardamas Solvenz und Compliance geäußert. Die Kündigung des Vertrags folgte der Entdeckung durch die uruguayische Regierung dessen, was sie als eine falsche Leistungsbürgschaft von Cardama bezeichnet. Die Regierung erstattete zudem eine verwandte Strafanzeige.

Warum es wichtig ist

  • Dieses Schiedsverfahren macht mögliche Risiken in grenzüberschreitenden staatlichen Beschaffungsprozessen deutlich und unterstreicht die Bedeutung einer gründlichen Due Diligence bei Leistungs- bzw. Performance-Garantien.
  • Das Ergebnis wird bestimmen, ob Uruguays Kündigung des Vertrags Bestand hat oder ob Cardama Anspruch auf eine wirtschaftliche Entschädigung hat.

Quellen

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