Progen wendet sich gegen den Schiedsantrag von Astrobryxa in Florida und macht fehlende Berechtigung sowie angebetrugene Manipulationen geltend

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Kurzfassung

  • Progen Industries will Astrobryxas Versuch blockieren, eine zivilrechtliche Klage in den USA in eine private Schiedsverfahren zu verlagern.
  • Progen argumentiert, Astrobryxa sei nicht Unterzeichnerin der maßgeblichen Verträge des Energieprojekts in Ecuador.
  • Progen wirft Astrobryxa vor, Betrug und Fälschungen von Dokumenten vorgenommen zu haben.
  • Der Rechtsstreit betrifft Notstromverträge und angebliche Fehlsteuerung in Ecuador.

Überblick

Progen Industries hat beim US-Bundesgericht in Florida offiziell beantragt, den Schiedsantrag von Astrobryxa S.A. in einem laufenden Zivilstreit abzulehnen. Der Fall betrifft Verträge für Notstromprojekte in Ecuador, an denen Progen, Celec EP und weitere Parteien beteiligt sind. Astrobryxa, die nicht Unterzeichnerin der ursprünglichen Verträge ist, möchte die Auseinandersetzung durch ein privates Schiedsverfahren beilegen lassen - wogegen Progen aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen Einwände erhebt.

Was passiert ist

Im Dezember 2025 reichte Corporación Eléctrica del Ecuador (Celec EP) in den Vereinigten Staaten unter dem RICO Act eine Zivilklage gegen Progen Industries ein und machte ein Betrugsschema in Höhe von nahezu 110 Millionen US-Dollar geltend, das mit der Ausführung von Verträgen für die Kraftwerke Quevedo und Salitral verbunden sein soll.

Astrobryxa S.A., ein ecuadorianisches Unternehmen, versuchte, die Streitigkeit zum Schiedsverfahren zu zwingen, und berief sich dabei auf angebliche Rechte aus den Schlichtungs- bzw. Streitbeilegungsklauseln der Projektverträge.

Am 1. Mai 2026 reichte Progen beim US District Court für den Middle District of Florida (Tampa) eine formelle Gegenvorstellung ein und stellte damit die Berechtigung von Astrobryxa in Frage, die Anrufung des Schiedsverfahrens zu verlangen. Progen macht geltend, nur die ursprünglichen Unterzeichner (Celec EP und Progen) hätten solche Rechte, und beide hätten bereits zugestimmt, Differenzen vor dem Florida-Gericht beizulegen, wodurch das private Schiedsverfahren als abbedungen gelte.

Progen wirft Astrobryxa außerdem vor, Dokumente und Unterschriften gefälscht, strategische Informationen verheimlicht und sich ausschließlich als Gegner verhalten zu haben, nicht als abgestimmte Partei. Progen beschuldigt Astrobryxa und bestimmte Funktionäre von Celec, betrügerische Machenschaften orchestriert zu haben, um öffentliche Gelder zu veruntreuen, und stellt einen Zusammenhang zwischen Projektmisserfolgen und angeblicher interner Korruption und Fehlsteuerung her.

Kontext

Der Streit betrifft die Vertragsdurchführung und Vorwürfe wegen Betrugs im Zusammenhang mit Notstromerzeugungsprojekten in Ecuador in einer Phase von Branchenkrise und umfangreichen personellen Veränderungen auf hoher Ebene.

Die Beteiligung von Astrobryxa wird von Progen bestritten. Progen behauptet, das Unternehmen habe keine rechtliche Grundlage, die Schiedsklausel geltend zu machen, da es nicht Partei der ursprünglichen Verträge sei, die im Zentrum der Streitigkeit stehen.

Warum es wichtig ist

  • Der Fall verdeutlicht Rechtsfragen dazu, wer Schiedsklauseln in Verträgen mit mehreren Beteiligten anrufen darf - insbesondere, wenn eine Einbindung Dritter oder angeblich betrügerisches Verhalten im Raum steht.
  • Der Rechtsstreit beinhaltet außerdem erhebliche Vorwürfe zu Dokumentenfälschung und Korruption, die die Leitung und den Ruf großer Infrastrukturprojekte beeinflussen können.

Quellen

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