Richter hebt Schiedsentscheidung über fast 31 Millionen US-Dollar gegen Kevin Spacey nach Vergleich auf
Kurzfassung
- Ein Richter in Los Angeles hat eine Schiedsentscheidung über 30,9 Millionen US-Dollar gegen Kevin Spacey aufgehoben.
- Sowohl Spacey als auch der "House of Cards"-Produzent MRC beantragten gemeinsam die Aufhebung nach einem vertraulichen Vergleich.
- Jede Partei trägt ihre eigenen Anwaltskosten; es wird keine der Parteien als obsiegend erklärt.
Überblick
Eine höhere Schiedsentscheidung, die der "House of Cards"-Produzent MRC zuvor gegen den Schauspieler Kevin Spacey erwirkt hatte, wurde von einer Richterin des Los Angeles Superior Court aufgehoben. Grundlage dafür ist eine vertrauliche Vergleichsvereinbarung, die Spacey und MRC geschlossen haben und die einen hochkarätigen Streit beendete, der aus Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens am Set hervorgegangen war.
Was passiert ist
Im Oktober 2020 sprach ein Schiedsrichter MRC nahezu 31 Millionen US-Dollar an Schäden, Gebühren und Kosten zu und stellte fest, dass das angebliche sexuelle Fehlverhalten von Spacey eine Verletzung seiner Schauspiel- und Executive-Producer-Verträge darstelle.
Richter Mel Red Recana hatte die Entscheidung im August 2022 bestätigt. Nachdem Richterin Virginia Keeny jedoch 2024 die Zuständigkeit für den Fall übernommen hatte, gab sie einen Antrag beider Parteien statt, die Entscheidung aufgrund ihres Vergleichs vom Dezember 2023 aufzuheben; die Einzelheiten bleiben vertraulich.
Gemäß den Vergleichsbedingungen trägt jede Seite ihre eigenen Anwaltskosten, und es wird keine der Parteien als obsiegend erklärt.
Die Anwälte von Spacey argumentierten, der Schiedsrichter habe seine Befugnisse überschritten, doch weitere rechtliche Ausführungen wurden durch die Entscheidung des Gerichts, den gemeinsamen Vergleichsantrag anzunehmen, gegenstandslos.
Kontext
Die Auseinandersetzung begann, nachdem Medienberichte aus dem Jahr 2017 ein Muster sexuellen Fehlverhaltens von Spacey gegenüber jungen Mitgliedern des Produktionsteams behauptet hatten. MRC untersuchte den Sachverhalt und kündigte die Verträge mit Spacey, was zum Schiedsverfahren führte.
Der Fall zeigt, dass Parteien Schiedssprüche durch einen Vergleich nach der Entscheidung beenden können, und verdeutlicht zugleich den gerichtlichen Ermessensspielraum, Schiedssprüche aufzuheben, wenn beide Seiten innerhalb bestimmter rechtlicher Grenzen zustimmen.
Warum es wichtig ist
- Die Aufhebung der Schiedsentscheidung über 31 Millionen US-Dollar verdeutlicht, wie Gerichte Schiedsergebnisse auch dann beiseiteschieben können, wenn beide Seiten nachträglich eine Einigung erzielen.
- Die Vertraulichkeit des Vergleichs lässt zwar offene Fragen zur Angemessenheit der zugesprochenen Schäden und zu den zugrunde liegenden Vorwürfen, beendet jedoch die langwierigen Verfahren zwischen den Parteien.
