US Supreme Court: FAA-Ausnahme gilt auch für Last-Mile-Fahrer
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Kurzfassung
- Der US Supreme Court entschied in Flowers Foods v. Brock.
- Last-Mile-Fahrer, die im zwischenstaatlichen Handel tätig sind, sind von der Schiedsgerichtsbarkeits-Anforderung des FAA ausgenommen.
- Für die Ausnahme müssen Fahrer keine Bundesstaaten überqueren.
- Die Entscheidung kann beeinflussen, wie Untergerichte die FAA-Ausnahme auslegen.
Überblick
Im Juni 2024 entschied der US Supreme Court in Flowers Foods v. Brock einstimmig, dass Fahrer, die Waren im Rahmen einer zwischenstaatlichen Lieferkette ausliefern - sogenannte "Last-Mile"-Fahrer - von der verpflichtenden Schiedsgerichtsbarkeit nach dem Federal Arbitration Act (FAA) ausgenommen sind, auch wenn sie persönlich keine Bundesstaaten überqueren.
Was passiert ist
Der US Supreme Court prüfte, ob Fahrer, die Waren lokal als letzter Schritt eines zwischenstaatlichen Lieferprozesses ausliefern, für eine Ausnahme von der FAA-Vorgabe zur Beilegung von Arbeitsstreitigkeiten durch Schiedsverfahren in Betracht kommen.
Flowers Foods argumentierte, dass nur Beschäftigte von der Ausnahme erfasst seien, die Bundesstaaten überqueren oder die direkt mit Fahrzeugen arbeiten, die dies tun.
Richter Neil Gorsuch wies diese Einschränkung in der Begründung für das einstimmige Gericht zurück. Er führte aus, dass Beschäftigte, die an dem weiter gefassten Prozess des zwischenstaatlichen Handels beteiligt sind, für die Ausnahme qualifizieren - unabhängig davon, ob sie selbst über Staatsgrenzen hinweg tätig werden.
Das Gericht bestätigte die Entscheidung der Vorinstanz und stellte klar, dass die Beteiligung an der fortlaufenden zwischenstaatlichen Beförderung von Waren - ohne persönlich Bundesstaaten zu überqueren - die Maßgaben für die Ausnahme von der nach dem FAA vorgeschriebenen Schiedsgerichtsbarkeit erfüllt.
Kontext
Das Federal Arbitration Act verpflichtet Streitigkeiten grundsätzlich zur Schiedsgerichtsbarkeit, sieht jedoch eine Ausnahme für "workers engaged in interstate commerce" vor - einen Begriff, der seit langem Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Transport- und Zustellpersonal ist.
In jüngeren Supreme-Court-Fällen befasste sich das Gericht mit den Grenzen dieser Ausnahme und legte sie durchgehend weit aus, um Beschäftigte zu schützen, deren Tätigkeiten Bestandteil des zwischenstaatlichen Handels sind, auch wenn ihre eigenen Handlungen lokal begrenzt sind.
Warum es wichtig ist
- Die Entscheidung stellt klar, dass Last-Mile-Zustellfahrer, deren Arbeit eine zwischenstaatliche Lieferkette abschließt, nicht dazu gezwungen werden können, Arbeitsstreitigkeiten unter dem FAA durch Schiedsverfahren beizulegen.
- Die Klarstellung betrifft die rechtlichen Positionen vieler Transport- und Zustellbeschäftigter und kann die Schiedsverfahren-Politiken von Arbeitgebern in den Bereichen Logistik und Zustellung beeinflussen.
