Metro de Santiago und China Railway im Schiedsverfahren zur vorzeitigen Beendigung des Line-7-Vertrags
Beiträge werden sprachübergreifend gebündelt, in ein festes Format gebracht und mit den Originalquellen verlinkt.
Kurzfassung
- Metro de Santiago beendete einen Tunnelbauvertrag über 239 Millionen US-Dollar für Line 7 mit einem China-nahen Unternehmen.
- Beide Parteien reichten ihre Anträge beim Centro de Arbitraje y Mediación des Santiago Chamber of Commerce ein.
- Der Streit betrifft Vorwürfe von Vertragsverletzungen, Projektverzögerungen und Garantien in Höhe von rund 69 Millionen US-Dollar.
- Die Vertragsbeendigung folgte auf Funktionsausfälle einer in China hergestellten Tunnelbohrmaschine (TBM).
Überblick
Metro de Santiago und ein Konsortium, das mit der China Railway Construction Corporation (CRCC) verbunden ist, führen nach der vorzeitigen Beendigung eines bedeutenden Bauvertrags für die Line 7 der Metro von Santiago ein Schiedsverfahren durch. Der Vertrag war ursprünglich auf rund 239 Millionen US-Dollar veranschlagt und sah den Einsatz einer chinesischen Tunnelbohrmaschine (TBM) vor, die nicht wie erwartet lieferte und zu einer Auseinandersetzung über die Umsetzung des Projekts, Verzögerungen und finanzielle Garantien führte.
Was passiert ist
Das Konsortium TBM y Túnel SpA, verbunden mit CRCC, erhielt den Zuschlag für den ersten Abschnitt des Tunnelbaus der Line 7 im Jahr 2021. Kernelement war eine in China hergestellte Tunnelbohrmaschine (TBM), die angeblich 15-mal schneller sein sollte als herkömmliche Verfahren.
Technische Probleme beeinträchtigten die TBM. Sie schaffte es nur, 1,6 Kilometer von geplanten 6,6 Kilometern zu bohren. Daraufhin beendete Metro de Santiago den Vertrag vorzeitig am 13. Januar 2026.
Nach der Beendigung machte Metro de Santiago vertragliche Garantien in Höhe von rund 69 Millionen US-Dollar geltend. Beide Seiten warfen einander daraufhin Vertragsverletzungen vor und reichten Anträge beim Centro de Arbitraje y Mediación beim Santiago Chamber of Commerce ein.
TBM y Túnel bestreitet die Vertragsbeendigung und die Geltendmachung der Garantien und macht geltend, dass Schäden durch das Vorgehen von Metro verursacht worden seien. Metro behauptet hingegen, der Auftragnehmer habe mehrere schwere Vertragsverletzungen begangen und Arbeitsunterbrechungen in die Länge gezogen.
Kontext
Zum Zeitpunkt der Beendigung waren nur etwa 25 Prozent der physischen Arbeiten und etwa ein Drittel des finanziellen Vertragswerts abgeschlossen. Metro de Santiago hat die Tunnelarbeiten anderen Auftragnehmern zugewiesen und für die Tunnelvortriebsarbeiten auf die traditionelle NATM-Methode umgestellt.
Das Projekt Line 7, das ursprünglich für die Fertigstellung im Jahr 2026 vorgesehen war, ist verzögert. Der neue geschätzte Inbetriebnahmezeitpunkt wurde auf das Ende 2028 verschoben. Metro teilt mit, dass es daran arbeitet, weitere Verzögerungen und zusätzliche Kosten zu begrenzen.
Warum es wichtig ist
- Das Schiedsverfahren betrifft die finanziellen und vertraglichen Folgen des vorzeitigen Endes eines großen Infrastrukturprojekts mit internationalen Auftragnehmern.
- Das Ergebnis kann den Zeitplan des Projekts, die Risikoverteilung in künftigen öffentlichen Bauvorhaben und die Nutzung international bezogener Tunneltechnologien beeinflussen.
