ICSID-Tribunal weist Schiedsantrag von Silver Bull gegen Mexiko ab
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Kurzfassung
- Das ICSID-Tribunal hat den Antrag von Silver Bull Resources gegen Mexiko einstimmig abgewiesen.
- Silver Bull verlangte mehr als 315 Millionen US-Dollar wegen eines blockierten Bergbauprojekts.
- Das Tribunal stellte fehlende Zuständigkeit und die vollständige Unzulässigkeit der Ansprüche fest.
- Silver Bull muss die Kosten und Rechtsauslagen Mexikos tragen.
Überblick
Am 29. Mai 2024 wies ein ICSID-Tribunal alle von dem in den USA ansässigen Unternehmen Silver Bull Resources gegen Mexiko erhobenen Ansprüche in einem Investitionsschiedsverfahren zu einem Bergbauvorhaben in Sierra Mojada, Coahuila, zurück. Silver Bull hatte mehr als 315 Millionen US-Dollar gefordert und eine unfaire Blockade seiner Bergbaukonzessionen geltend gemacht. Das Tribunal entschied einstimmig gegen Silver Bull, stellte das Fehlen seiner Zuständigkeit fest und ordnete an, dass das Unternehmen die Schiedskosten Mexikos erstatten muss.
Was passiert ist
Silver Bull Resources, ein US-Bergbauunternehmen, leitete 2023 ein Schiedsverfahren nach dem NAFTA-Rahmen vor dem ICSID ein und verlangte von Mexiko mehr als 315 Millionen US-Dollar für vorgeworfene Fehlverhalten im Zusammenhang mit Bergbaukonzessionen in Sierra Mojada, Coahuila.
Das Unternehmen machte geltend, lokale Kooperativen hätten - unterstützt durch lokale Behörden - die Entwicklung seines Bergbauprojekts seit 2019 blockiert.
Mexiko entgegnete, lokale Behörden hätten angesichts sozialer Konflikte sachgerecht gehandelt, und brachte zudem vor, die Ansprüche seien verfristet oder fielen nicht in den sachlichen Geltungsbereich von NAFTA; außerdem habe Silver Bull nicht über die technische und finanzielle Leistungsfähigkeit für das Projekt verfügt.
Das ICSID-Tribunal stellte einstimmig fest, dass es keine Zuständigkeit habe, die Ansprüche von Silver Bull zu prüfen, und wies sie vollständig zurück. Silver Bull wurde außerdem angewiesen, die mit dem Schiedsverfahren verbundenen Rechtskosten Mexikos zu übernehmen.
Kontext
Die Streitigkeit bezog sich auf historische Bergbaukonzessionen, die Silver Bull in Sierra Mojada zwischen 1996 und 2002 erworben hatte. Der Konflikt mit lokalen Bergbaukooperativen sei ab 2019 entstanden und habe angeblich den Projektfortschritt behindert.
Der Anspruch von Silver Bull wurde nach den NAFTA-Regeln vor dem ICSID, dem Investitionsstreitforen der Weltbank, eingereicht. Das Tribunal kam zu dem Ergebnis, dass die von dem Unternehmen angeführten Tatsachen außerhalb des Zeitraums lägen, der der Zuständigkeit des Vertrags unterfalle.
Warum es wichtig ist
- Die Entscheidung bestätigt die Grenzen des Investitionsschutzes im Rahmen der NAFTA-Folgevereinbarungen und zeigt, welche Hürden Antragsteller in Verfahren mit streitigen Zeiträumen und lokalen Konflikten erwarten können.
- Mexiko erhält die Rechtskosten zurück und vermeidet damit eine erhebliche finanzielle Haftung - zugleich werden Standards für die Zulässigkeit von Schiedsverfahren gestärkt, die sich aus dem Vertrag ergeben.
