Neunter Gerichtsbezirk bestätigt Schiedsverfahren in Fall wegen sexueller Belästigung durch Ex-Netflix-Mitarbeiterin
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Kurzfassung
- Der Neunte Gerichtsbezirk verwies den Anspruch einer ehemaligen Netflix-Mitarbeiterin wegen sexueller Belästigung an ein Schiedsverfahren.
- Das Gericht stellte fest, dass der Streit entstanden war, bevor das Bundesgesetz in Kraft trat, das erzwungene Schiedsverfahren einschränkt.
- Die Klägerin machte geltend, der Streit sei im Zusammenhang mit ihrer Beschwerde aus dem Jahr 2023 entstanden - das Gericht folgte dem nicht.
- Ein unabhängiger Schiedsrichter soll den Fall nun prüfen.
Überblick
Der United States Court of Appeals for the Ninth Circuit hat entschieden, dass die ehemalige Netflix-Mitarbeiterin Jessica Combs ihre Ansprüche wegen sexueller Belästigung im Schiedsverfahren verfolgen muss, wie es in ihrem Arbeitsvertrag vorgesehen ist. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass ihr Streit mit Netflix vor dem Wirksamkeitsdatum des Bundesgesetzes entstand, das Schiedsverfahren in solchen Fällen begrenzt.
Was passiert ist
Jessica Combs, die zwischen 2017 und 2021 bei Netflix beschäftigt war, machte ein sexuell aufgeladenes Arbeitsumfeld geltend und berichtete von zahlreichen unerwünschten Kommentaren.
Sie wurde 2021 wegen angeblich fehlender Befolgung der Covid-19-Impfvorgabe des Unternehmens gekündigt. Nach ihrer Darstellung war dies ein Vorwand für eine Vergeltung, nachdem sie über Belästigungen am Arbeitsplatz berichtet hatte.
Combs argumentierte, ihr Streit mit Netflix sei erst entstanden, als sie 2023 eine formelle Beschwerde einreichte, nachdem der Ending Forced Arbitration of Sexual Assault and Sexual Harassment Act in Kraft getreten war.
Sowohl ein Bundesrichter als auch ein einstimmiges Berufungsgremium des Neunten Gerichtsbezirks widersprachen dem. Sie stellten fest, der Streit sei während ihres Arbeitsverhältnisses entstanden - vor dem Wirksamkeitsdatum des Gesetzes im März 2022 - und ordneten das Schiedsverfahren in Übereinstimmung mit ihrem Vertrag an.
Kontext
Der Ending Forced Arbitration of Sexual Assault and Sexual Harassment Act von 2021 schränkt zwingende Schiedsvereinbarungen für derartige Ansprüche ein, wenn der Streit nach März 2022 entsteht.
Das Gericht verwies auf Präzedenzfälle anderer Gerichtsbezirke und kam zu dem Ergebnis, dass ein Streit am Arbeitsplatz entsteht, wenn eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer zum ersten Mal gegen das Verhalten des Arbeitgebers Einwände erhebt, nicht erst dann, wenn später eine formelle Beschwerde eingereicht wird.
Warum es wichtig ist
- Die Entscheidung klärt die zeitliche Anwendung des Bundesgesetzes, das zwingende Schiedsverfahren bei Ansprüchen wegen sexueller Belästigung begrenzt.
- Sie legt fest, wann ein Anspruch für die Durchsetzung von Schiedsverfahren als entstanden gilt, was sich auf vergleichbare Fälle auswirken könnte.
