Kaliforniens Berufungsgericht schließt Pflichtschiedsverfahren in Fällen wegen Belästigung wegen sexueller Orientierung aus

Beiträge werden sprachübergreifend gebündelt, in ein festes Format gebracht und mit den Originalquellen verlinkt.

Kurzfassung

  • Das Kalifornische Berufungsgericht entschied, dass Ansprüche wegen Belästigung wegen sexueller Orientierung von der EFAA-Ausnahme erfasst sind.
  • Solche Ansprüche können nicht aufgrund vorformulierter Vereinbarungen zu einem Pflichtschiedsverfahren gezwungen werden.
  • Das Gericht übertrug die Logik aus der Bostock-Entscheidung des U.S. Supreme Court auf die kalifornische FEHA.
  • Die Entscheidung verengt den Umfang der Streitigkeiten, die in Kaliforniens Arbeitsverhältnissen einem Pflichtschiedsverfahren unterworfen werden können.

Überblick

Am 27. Juli 2026 entschied das Kalifornische Berufungsgericht in Decloedt v. Radnet Management, Inc., dass Ansprüche, die auf Belästigungen aufgrund der sexuellen Orientierung beruhen, als "sexuelle Belästigung" im Sinne des Ending Forced Arbitration of Sexual Assault and Sexual Harassment Act of 2021 (EFAA) gelten. Das schließt aus, dass Arbeitgeber solche Ansprüche über vorab getroffene Vereinbarungen dem Schiedsverfahren zuführen können.

Was passiert ist

Radnet Management versuchte, ein Schiedsverfahren für die Klage des ehemaligen Mitarbeiters Trevor Decloedt wegen Belästigung aufgrund sexueller Orientierung zu erzwingen und machte geltend, solche Ansprüche seien nicht als "sexuelle Belästigung" vom Fair Employment & Housing Act (FEHA) in Kalifornien erfasst.

Das Berufungsgericht folgte dieser Auffassung nicht und stützte sich dabei auf Bostock v. Clayton County des U.S. Supreme Court, wonach Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung als Diskriminierung "because of sex" zu behandeln ist.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass Belästigungen aufgrund der sexuellen Orientierung nach FEHA in den Anwendungsbereich der Belästigung "because of sex" fallen und damit die EFAA-Ausnahme greift.

Das Gericht stellte außerdem fest, dass Decloedt hinreichend Tatsachen vorgetragen hatte, die - sofern sie sich als erwiesen erweisen - eine ausreichend schwere oder wiederholte Belästigung darstellen würden, um eine durchsetzbare Belästigung am Arbeitsplatz im Sinne der EFAA zu begründen.

Kontext

Die EFAA ist eine gesetzliche Ausnahme vom Federal Arbitration Act und macht vorab getroffene Vereinbarungen unwirksam, die das Schiedsverfahren für Ansprüche wegen sexueller Belästigung erzwingen.

Die Rechtsprechung Bostock v. Clayton County (2020) hat den Umfang der bundesrechtlichen Beschäftigungs- und Antidiskriminierungsschutzregelungen klargestellt und dabei auch die sexuelle Orientierung einbezogen.

Warum es wichtig ist

  • Die Entscheidung stellt klar, dass nach kalifornischem Recht und der EFAA Ansprüche wegen Belästigung am Arbeitsplatz aufgrund sexueller Orientierung nicht Gegenstand von Vereinbarungen über Pflichtschiedsverfahren sein können.
  • Die Entscheidung kann beeinflussen, wie Arbeitgeber in Kalifornien ihre Klauseln zur Streitbeilegung ausgestalten, und könnte zukünftige Verfahren dazu prägen, wie der Anwendungsbereich der arbitralen Ausnahme unter der EFAA auszulegen ist.

Quellen

Verwandte Artikel